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Badewanne raus, Dusche rein: Kosten, Ablauf & Tipps für Wien

Thomas Weber Thomas Weber 9 Min. Lesezeit
Badewanne raus, Dusche rein: Kosten, Ablauf & Tipps für Wien
Von Thomas Weber 9 Min. Lesezeit

Die Badewanne steht da, wird aber kaum benutzt – stattdessen duschen Sie jeden Tag und klettern dabei über den hohen Wannenrand. Kommt Ihnen das bekannt vor? Als Installateur-Meister in Wien erlebe ich diese Situation wöchentlich. Der Umbau von Badewanne auf Dusche ist einer unserer häufigsten Aufträge, und in diesem Ratgeber erkläre ich Ihnen alles, was Sie dazu wissen müssen: Kosten, Ablauf, Dauer, Materialoptionen und worauf Sie unbedingt achten sollten.

Warum Badewanne gegen Dusche tauschen?

Der Tausch von Badewanne gegen Dusche ist längst kein Trend mehr – es ist eine praktische Entscheidung, die viele gute Gründe hat:

  • Platzgewinn: Eine Dusche braucht weniger Grundfläche als eine Standard-Badewanne (170 x 75 cm). Der gewonnene Platz kann für Stauraum, eine breitere Waschtischkombination oder einfach mehr Bewegungsfreiheit genutzt werden.
  • Barrierefreiheit: Eine bodengleiche Dusche hat keinen Einstieg – ideal für ältere Personen, Personen mit Mobilitätseinschränkungen oder Familien mit kleinen Kindern. Wer vorausschauend plant, spart sich einen späteren Umbau.
  • Wasserverbrauch: Ein Vollbad verbraucht 150 bis 200 Liter Wasser, eine Dusche 40 bis 60 Liter. Bei täglicher Nutzung summiert sich die Ersparnis auf mehrere hundert Euro pro Jahr.
  • Reinigung: Eine verglaste Dusche ist einfacher zu reinigen als eine Badewanne mit Duschvorhang und Fugen ringsum.
  • Wertsteigerung: Eine moderne, bodengleiche Dusche steigert den Wert der Wohnung – bei Mietobjekten ein Argument für Vermieter, bei Eigentum ein Vorteil beim Verkauf.

Was kostet der Umbau von Badewanne auf Dusche?

Die Kosten hängen stark davon ab, wie umfangreich der Umbau ausfällt. Hier die realistischen Preise für Wien 2026:

Variante 1: Duschtasse in bestehende Nische (einfach)

Die Badewanne wird entfernt und durch eine flache Duschtasse in denselben Maßen ersetzt. Die vorhandenen Fliesen bleiben, soweit möglich, erhalten.

  • Demontage Badewanne: 300 bis 500 Euro
  • Duschtasse (Acryl oder Mineralguss): 400 bis 900 Euro
  • Armatur und Brauseset: 300 bis 700 Euro
  • Anschlussarbeiten Sanitär: 800 bis 1.200 Euro
  • Fliesenarbeiten (Anpassung, Sockel): 600 bis 1.200 Euro
  • Glasabtrennung oder Duschvorhangstange: 400 bis 1.500 Euro
  • Abdichtung: 400 bis 600 Euro
  • Gesamtkosten: 3.200 bis 6.600 Euro

Variante 2: Bodengleiche Dusche (Komfort)

Die Badewanne wird entfernt, der Boden wird aufgestemmt und eine bodengleiche Dusche mit Ablaufrinne oder Punktablauf eingebaut. Der Bereich wird komplett neu verfliest.

  • Demontage Badewanne und Estrich: 500 bis 800 Euro
  • Duschrinne oder Punktablauf: 200 bis 600 Euro
  • Estricharbeiten und Gefälle: 800 bis 1.500 Euro
  • Verbundabdichtung (Flüssigfolie): 500 bis 800 Euro
  • Fliesen (Material und Verlegung): 1.500 bis 3.000 Euro
  • Armatur und Brauseset: 400 bis 1.000 Euro
  • Glasabtrennung (rahmenlos): 800 bis 2.000 Euro
  • Anschlussarbeiten Sanitär: 1.000 bis 1.500 Euro
  • Gesamtkosten: 5.700 bis 11.200 Euro

Variante 3: Komplette Badezimmer-Renovierung mit Dusche

Wenn ohnehin alles erneuert wird – Fliesen, Sanitärobjekte, Leitungen – ist der Tausch Badewanne gegen Dusche nur ein Teil des Gesamtprojekts. Mehr dazu in unserem Ratgeber Badsanierung Wien: Planung, Kosten & Ablauf.

Der Ablauf: So läuft der Umbau in der Praxis

Ein Wannen-zu-Dusche-Umbau folgt einem klaren Ablauf. So wissen Sie, was Sie in welcher Reihenfolge erwartet:

Tag 1: Demontage

  • Wasser abstellen und Badewanne abklemmen
  • Badewanne herauslösen und abtransportieren (Entsorgung inkl.)
  • Alte Fliesen im Wannenbereich entfernen (bei bodengleicher Dusche auch den Estrich)
  • Abflussposition prüfen und ggf. anpassen

Tag 2–3: Roharbeiten

  • Neuen Abfluss setzen (Duschrinne oder Punktablauf)
  • Bei bodengleicher Dusche: Estrich mit Gefälle zum Ablauf einbringen
  • Wasserleitungen für die neue Armaturposition verlegen
  • Estrich trocknen lassen (bei bodengleicher Variante mindestens 24 Stunden)

Tag 3–4: Abdichtung und Fliesen

  • Verbundabdichtung aufbringen: Das ist der kritischste Schritt. Eine fehlerhafte Abdichtung führt über kurz oder lang zu Wasserschäden. Wir verwenden zweikomponentige Flüssigfolie, die auf Boden und Wand im Duschbereich aufgetragen wird – mindestens bis 20 cm über der Brausehöhe.
  • Fliesen verlegen und verfugen
  • Silikonfugen an allen Anschlüssen (Wand-Boden-Übergang, Glaswand)

Tag 4–5: Montage und Fertigstellung

  • Armatur, Brausestange oder Regendusche montieren
  • Glasabtrennung einbauen
  • Funktionstest: Ablauf, Dichtheit, Wasserdruck
  • Reinigung und Übergabe

Gesamtdauer: 3 bis 5 Arbeitstage (einfache Variante) oder 5 bis 8 Arbeitstage (bodengleich mit Estrich). Währenddessen ist das Badezimmer nicht nutzbar – planen Sie ein Ausweich-WC ein, wenn möglich.

Bodengleiche Dusche: Vorteile und was zu beachten ist

Die bodengleiche (barrierefreie) Dusche ist die beliebteste Variante bei Neuinstallationen – und das aus guten Gründen:

Vorteile

  • Kein Stolperrand: Besonders wichtig für ältere Personen und für Familien mit Kindern.
  • Optik: Eine bodengleiche Dusche wirkt großzügig und modern. In kleinen Wiener Bädern (4 bis 6 m²) vergrößert sie das Raumgefühl spürbar.
  • Reinigung: Ohne Duschtassenrand ist die Reinigung einfacher – keine Ecken, in denen sich Schmutz sammelt.
  • Zukunftssicher: Wer jetzt barrierefrei baut, spart sich einen späteren Umbau, wenn die Beweglichkeit im Alter eingeschränkt wird.

Worauf Sie achten müssen

  • Gefälle: Der Boden muss ein Gefälle von mindestens 1,5 bis 2 Prozent zum Ablauf haben, damit das Wasser zuverlässig abfließt. Das erfordert Estricharbeiten.
  • Aufbauhöhe: In Altbauten kann die geringe Aufbauhöhe (Abstand zwischen Rohdecke und Fertigboden) ein Problem sein. Wenn nicht genug Platz für den Ablauf ist, kann ein Wandablauf oder eine flache Ablaufrinne die Lösung sein.
  • Abdichtung: Bei bodengleichen Duschen ist die Verbundabdichtung noch kritischer als bei einer Duschtasse, weil kein Wannenrand das Wasser auffängt. Hier darf nicht gespart werden.

Materialwahl: Fliesen, Armaturen und Glasabtrennung

Bodenfliesen

Im Duschbereich müssen die Fliesen rutschhemmend sein – mindestens Bewertungsgruppe R10, besser R11. Großformatige Fliesen (z. B. 60 x 60 cm) haben weniger Fugen und wirken großzügiger, erfordern aber präzisere Verlegung beim Gefälle.

Armaturen

  • Unterputz-Armatur: Elegante Optik, spart Platz und ist leichter zu reinigen. Etwas teurer in der Installation.
  • Aufputz-Armatur mit Brausestange: Günstiger und einfacher nachzurüsten. Bei einem gezielten Wannen-Tausch oft die praktischere Wahl.
  • Thermostat-Armatur: Hält die Wassertemperatur konstant – verhindert Verbrühungen und spart Wasser. Lohnt sich besonders in Haushalten mit Kindern oder älteren Personen.

Glasabtrennung

  • Rahmenlose Glaswand (Walk-in): Modern, leicht zu reinigen, offenes Raumgefühl. Ab ca. 600 Euro für eine Festwand, ab 1.200 Euro für eine Pendeltür.
  • Schiebetür-System: Ideal bei beengten Platzverhältnissen, da die Tür keinen Schwenkbereich braucht. Ab ca. 800 Euro.
  • Duschvorhang: Die günstigste Lösung (ab 30 Euro), aber weniger langlebig und schwieriger sauber zu halten.

Tipp: Wählen Sie Glas mit Lotuseffekt-Beschichtung (z. B. „Easy-Clean"). Die Beschichtung verhindert Kalkflecken und reduziert den Reinigungsaufwand erheblich.

Mieter oder Eigentümer: Was ist erlaubt?

Eigentumswohnung

Als Eigentümer können Sie den Umbau frei durchführen, solange die Arbeiten innerhalb Ihrer Wohnung bleiben und keine tragenden Wände oder gemeinsame Leitungen betroffen sind. Eine Baugenehmigung ist für den Wannen-Dusche-Tausch in der Regel nicht erforderlich.

Mietwohnung

In einer Mietwohnung benötigen Sie die schriftliche Zustimmung des Vermieters. Klären Sie vorab:

  • Wer trägt die Kosten? (Oft der Mieter, wenn der Umbau auf eigenen Wunsch erfolgt.)
  • Muss beim Auszug der Originalzustand wiederhergestellt werden? (In vielen Fällen akzeptiert der Vermieter den Umbau als Verbesserung.)
  • Wer beauftragt die Handwerker? (Manche Vermieter bestehen auf eigene Firmen.)

Tipp: Halten Sie die Vereinbarung schriftlich fest – idealerweise als Zusatz zum Mietvertrag.

Förderung für barrierefreien Umbau

Wenn der Umbau aus medizinischen oder altersbedingten Gründen erfolgt, gibt es in Österreich Fördermöglichkeiten:

  • Pflegegeldergänzungsleistung: Bei Pflegebedürftigkeit können Zuschüsse für den barrierefreien Umbau beantragt werden (über das Sozialministeriumservice).
  • Wohnbauförderung Wien: Die Stadt Wien fördert unter bestimmten Voraussetzungen Maßnahmen zur Barrierefreiheit in Wohnungen.
  • ÖAR-Beratung: Die Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation berät zu individuellen Fördermöglichkeiten.

Wir unterstützen Sie bei der Dokumentation, die für den Förderantrag benötigt wird.

Häufige Fehler beim Wannen-Dusche-Umbau

Aus unserer langjährigen Erfahrung kennen wir die typischen Stolperfallen:

  • Abdichtung unterschätzt: Der häufigste und teuerste Fehler. Eine undichte Dusche verursacht Wasserschäden in der darunterliegenden Wohnung – Kosten schnell im fünfstelligen Bereich. Die Abdichtung muss vor der Verfliesung von einem Fachbetrieb ausgeführt werden.
  • Falsches Gefälle: Steht das Wasser in der Dusche, ist das Gefälle zu gering. Nachträglich korrigieren ist aufwendig und teuer.
  • Billig-Armaturen: Noname-Armaturen aus dem Internet halten oft nur 2 bis 3 Jahre. Markenware von Grohe, Hansgrohe oder Ideal Standard kostet etwas mehr, hält aber 10 bis 15 Jahre.
  • Kein Wartungszugang zum Abfluss: Der Ablauf muss erreichbar sein, falls er verstopft. Bei bodengleichen Duschen sollte die Ablaufrinne herausnehmbar sein. Mehr zum Thema verstopfte Abflüsse in unserem Ratgeber Abfluss stinkt: Ursachen & Lösungen.
  • Zu kleine Dusche geplant: Eine Dusche sollte mindestens 80 x 80 cm messen – komfortabel sind 90 x 90 cm oder 100 x 80 cm. In die Nische einer Standard-Badewanne (170 x 75 cm) passt eine großzügige Dusche problemlos.

Badewanne und Dusche: Gibt es einen Kompromiss?

Wer auf die Badewanne nicht ganz verzichten möchte, hat Alternativen:

  • Duschbadewanne: Eine kürzere Wanne (150 bis 160 cm) mit integriertem Duschbereich und Glasabtrennung. Kompromiss, wenn der Platz es erlaubt.
  • Sitzbadewanne: Kompakte Wanne mit Sitzfläche und Tür – für ältere Personen, die nicht auf ein Wannenbad verzichten möchten.
  • Walk-in-Wanne: Badewanne mit seitlicher Tür für barrierefreien Einstieg. Deutlich teurer (3.000 bis 6.000 Euro), aber eine Option, wenn die Badewanne erhalten bleiben soll.

Fazit: Der Umbau lohnt sich

Der Tausch von Badewanne auf Dusche ist einer der Umbauten mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis im Badezimmer. Sie gewinnen Platz, Komfort und Barrierefreiheit – und das bei überschaubaren Kosten von 4.500 bis 12.000 Euro je nach Ausstattung. Mit der richtigen Planung und einem erfahrenen Installateurbetrieb ist der Umbau in weniger als einer Woche erledigt.

Als staatlich geprüfter Installateurbetrieb in Wien übernehmen wir den gesamten Umbau aus einer Hand: von der Demontage über die Sanitärinstallation bis zur Verfliesung und Glasmontage. Erfahren Sie mehr über unsere Badsanierung in Wien.

Kostenlose Erstberatung: Rufen Sie uns an unter +43 1 99 77 080 oder nutzen Sie unseren Rückrufservice.

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Thomas Weber
Geschrieben von Thomas Weber Installateur-Meister & Fachautor

Thomas Weber ist staatlich geprüfter Installateur-Meister bei Ihr Installateur Bozogul KG in Wien. Mit über 15 Jahren Erfahrung in Heizung, Sanitär und Gas teilt er sein Fachwissen in praxisnahen Ratgebern – verständlich, ehrlich und aus dem Arbeitsalltag heraus.

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