Heizung & Therme

Durchlauferhitzer oder Boiler? Vergleich, Kosten & Empfehlung

Thomas Weber Thomas Weber 8 Min. Lesezeit
Durchlauferhitzer oder Boiler? Vergleich, Kosten & Empfehlung
Von Thomas Weber 8 Min. Lesezeit

Die Frage Durchlauferhitzer oder Boiler stellt sich in fast jedem Wiener Haushalt früher oder später – spätestens dann, wenn das alte Warmwassergerät den Geist aufgibt oder eine Wohnung neu ausgestattet wird. Beide Systeme bringen Ihnen warmes Wasser, sie tun es aber auf grundsätzlich unterschiedliche Weise. Als staatlich geprüfter Installateur-Meister werde ich diese Frage in der Praxis ständig gestellt, und die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an. In diesem Ratgeber erkläre ich Ihnen den Unterschied zwischen Durchlauferhitzer und Boiler, was wirklich günstiger und sparsamer ist, worauf Sie beim Stromverbrauch achten müssen und wann welches System die richtige Wahl für Ihre Wohnung in Wien ist.

Wie funktionieren Durchlauferhitzer und Boiler?

Der zentrale Unterschied liegt im Prinzip der Wassererwärmung. Wer das einmal verstanden hat, kann die meisten Entscheidungen schon selbst treffen.

Der Durchlauferhitzer: Warmwasser auf Abruf

Ein Durchlauferhitzer erwärmt das Wasser genau in dem Moment, in dem Sie den Hahn aufdrehen. Das kalte Wasser fließt durch das Gerät, wird dort blitzschnell auf Temperatur gebracht und kommt warm bei Ihnen an. Es wird also nichts gespeichert – kein Wasser steht ungenutzt herum. Daher der englische Begriff „on demand", also auf Anforderung. Durchlauferhitzer gibt es elektrisch betrieben (häufig für eine einzelne Küchenspüle) oder gasbetrieben. Der elektrische, vollelektronische Durchlauferhitzer für die ganze Wohnung benötigt allerdings sehr viel Leistung – typischerweise 18 bis 27 kW Starkstrom.

Der Boiler: Warmwasserspeicher mit Vorrat

Ein Boiler – fachlich korrekt ein Warmwasserspeicher – erwärmt eine bestimmte Wassermenge auf Vorrat und hält sie warm. In einem isolierten Behälter (je nach Modell 5, 50, 80 oder 120 Liter) steht das warme Wasser bereit, bis Sie es brauchen. Sobald Sie zapfen, fließt erwärmtes Wasser heraus und kaltes Wasser strömt nach, das wieder aufgeheizt wird. Der Vorteil: Auch große Leistung wird nicht auf einen Schlag benötigt, weil über die Zeit langsam aufgeheizt wird. Der Nachteil: Es entstehen Bereitschaftsverluste, weil der Speicher das Wasser auch dann warm hält, wenn Sie es gerade nicht brauchen.

Durchlauferhitzer vs. Boiler im direkten Vergleich

Damit Sie die Systeme nebeneinander sehen, hier die wichtigsten Kriterien in einer Übersicht. Beachten Sie: Die genannten Preise sind Marktrichtwerte für das Gerät selbst – die Montage berechnen wir grundsätzlich als Fixpreis nach Besichtigung.

KriteriumDurchlauferhitzerBoiler / Warmwasserspeicher
FunktionsweiseErwärmt auf Abruf, kein VorratSpeichert warmes Wasser auf Vorrat
EnergieträgerStrom (oft Starkstrom) oder GasMeist Strom, auch Gas möglich
Anschaffung (Gerät, Richtwert)ca. 200 bis 700 Euroca. 150 bis 600 Euro
PlatzbedarfSehr kompakt, wandhängendGrößer, je nach Litervolumen
Komfort / DurchflussUnbegrenzt warm, aber begrenzte DurchflussmengeBegrenzte Menge, dann Wartezeit zum Aufheizen
Hygiene / LegionellenSehr gering, da kein StillstandwasserErhöht – Temperatur und Wartung nötig
BereitschaftsverlusteKeineJa, durch ständiges Warmhalten
Typischer EinsatzEinzelne Zapfstelle, Küche, kleine WohnungGanze Wohnung, Bad mit mehreren Entnahmestellen

Stromverbrauch und Kosten: Was ist wirklich günstiger?

Hier wird es spannend, denn die landläufige Meinung trügt oft. Pauschal lässt sich nicht sagen, dass das eine immer sparsamer ist als das andere – es hängt stark vom Nutzungsverhalten ab.

Der Durchlauferhitzer beim Energieverbrauch

Ein elektronischer Durchlauferhitzer hat keine Bereitschaftsverluste – er verbraucht nur Strom, wenn tatsächlich gezapft wird. Das klingt sparsam, und bei sporadischer Nutzung ist es das auch. Allerdings ist Strom als Energieträger schlicht teuer. Wer mit einem rein elektrischen Durchlauferhitzer die gesamte Wohnung samt täglichem Duschen versorgt, zahlt unter Umständen mehr als gedacht, weil jede Kilowattstunde Wärme aus teurem Strom kommt. Bei einem Vier-Personen-Haushalt summiert sich das.

Der Boiler beim Energieverbrauch

Der Warmwasserspeicher verliert über den Tag Wärme, auch ohne Nutzung – das sind die Bereitschaftsverluste. Bei einem gut isolierten, modernen Boiler sind diese aber überschaubar. Nutzen Sie zusätzlich einen günstigen Nachtstromtarif zum Aufheizen, kann ein Boiler in der Gesamtrechnung sogar günstiger sein als ein elektrischer Durchlauferhitzer. Entscheidend sind also Ihr Tarif, das Litervolumen und wie gleichmäßig Sie warmes Wasser brauchen.

Und wo bleibt das Gas?

In Wien wird Warmwasser sehr häufig gar nicht elektrisch erzeugt, sondern über eine Gas-Kombitherme. Diese heizt im Durchlaufprinzip und versorgt zugleich die Heizung. Gas ist je Kilowattstunde deutlich billiger als Strom, weshalb die Gastherme in vielen Wiener Altbauwohnungen die wirtschaftlichste Lösung bleibt. Wie sich die Kosten dafür zusammensetzen, haben wir in unserem Beitrag dazu beschrieben, was eine Gastherme kostet – das lohnt sich, wenn Sie ohnehin einen Gasanschluss haben.

Hygiene: Der oft unterschätzte Faktor

Ein Punkt, der in der reinen Kostendiskussion gerne untergeht, ist die Wasserhygiene. Hier hat der Durchlauferhitzer einen klaren Vorteil: Weil kein Wasser im Gerät steht, gibt es kaum Nährboden für Legionellen. Beim Boiler sieht das anders aus. Steht das Wasser im Speicher zu lange bei zu niedriger Temperatur, können sich Legionellen vermehren. Deshalb sollte ein Warmwasserspeicher regelmäßig ausreichend heiß betrieben werden. Welche Warmwassertemperatur Legionellen zuverlässig abtötet, erklären wir in einem eigenen Beitrag – das ist gerade bei selten genutzten Zapfstellen ein Sicherheitsthema, kein Komfortthema.

Hinzu kommt die Verkalkung: In Wien ist das Wasser eher hart, und ein Boiler setzt mit der Zeit Kalk an, der die Effizienz mindert und das Heizelement belastet. Eine regelmäßige Wartung gehört daher dazu. Wie Sie selbst und wir gemeinsam vorgehen können, lesen Sie in unserer Anleitung zum Boiler entkalken.

Wann ist welches System die richtige Wahl?

Jetzt zur eigentlichen Entscheidung. Aus der Praxis lassen sich klare Empfehlungen ableiten:

  • Einzelne Zapfstelle (z. B. Gäste-WC, abgelegene Küchenspüle): Hier ist ein kleiner Durchlauferhitzer fast immer die beste Lösung – kompakt, hygienisch und ohne lange Leitungswege.
  • Küche mit mäßigem Warmwasserbedarf: Ein kompakter elektrischer Durchlauferhitzer oder ein kleiner 5-Liter-Boiler unter der Spüle, je nach Anschlusssituation.
  • Ganze Wohnung, mehrere Personen, tägliches Duschen: Hier spielt der Warmwasserspeicher seine Stärke aus – gleichmäßiger Komfort, hoher Durchfluss, planbare Kosten. Oder, wenn Gas vorhanden ist, die Gas-Kombitherme.
  • Altbauwohnung mit Gasanschluss in Wien: In den allermeisten Fällen ist die Gastherme wirtschaftlich unschlagbar und versorgt Heizung und Warmwasser in einem.

Wichtig zu wissen: Ein leistungsstarker elektrischer Durchlauferhitzer braucht einen Starkstromanschluss. Das ist Sache eines konzessionierten Elektrikers. Wir kümmern uns um die gesamte wasserseitige Installation und koordinieren den elektrischen Anschluss mit einem Elektriker – damit am Ende alles aus einer Hand zusammenpasst und normgerecht abgenommen wird.

Die Wiener Situation: Ehrlich betrachtet

In vielen Wiener Wohnungen ist die Frage Durchlauferhitzer oder Boiler bereits durch die vorhandene Infrastruktur vorentschieden. Ist ein Gasanschluss da, führt selten ein Weg an der Gastherme vorbei. Fehlt Gas, geht es um die Abwägung zwischen elektrischem Durchlauferhitzer und Boiler – und da entscheidet Ihr Nutzungsverhalten, der Strompreis und der verfügbare Platz. Pauschale Werbeversprechen, dass ein System immer „sparsamer" sei, sollten Sie mit Vorsicht genießen. Eine ehrliche Berechnung für Ihren konkreten Fall ist mehr wert als jede Faustregel.

Fazit

Es gibt kein universell besseres System. Der Durchlauferhitzer punktet mit Kompaktheit, Hygiene und Verlustfreiheit, eignet sich aber vor allem für einzelne Zapfstellen oder kleinere Bedarfe. Der Boiler bzw. Warmwasserspeicher liefert gleichmäßigen Komfort für die ganze Wohnung, braucht dafür Platz, Wartung und ein Auge auf die Hygiene. Und in Wien bleibt die Gas-Kombitherme häufig die wirtschaftlichste Antwort. Wenn Sie unsicher sind, schauen wir uns Ihre Situation vor Ort an und sagen Ihnen ehrlich, was zu Ihrer Wohnung passt – ohne Ihnen das teuerste Gerät aufzuschwatzen.

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Thomas Weber
Geschrieben von Thomas Weber Installateur-Meister & Fachautor

Thomas Weber ist staatlich geprüfter Installateur-Meister bei Ihr Installateur Bozogul KG in Wien. Mit über 15 Jahren Erfahrung in Heizung, Sanitär und Gas teilt er sein Fachwissen in praxisnahen Ratgebern – verständlich, ehrlich und aus dem Arbeitsalltag heraus.

Neue Warmwasserlösung gesucht?

Ob Durchlauferhitzer, Boiler oder moderne Gastherme – wir beraten Sie ehrlich und finden die Lösung, die wirklich zu Ihrer Wiener Wohnung passt. Lassen Sie sich von uns für Ihren Thermentausch in Wien ein transparentes Angebot mit Fixpreis nach Besichtigung erstellen oder rufen Sie uns direkt an: +43 1 99 77 080.