Wer Energie sparen möchte, dreht beim Warmwasser oft als Erstes die Temperatur herunter – verständlich, aber nicht ohne Risiko. Die richtige Legionellen Temperatur ist kein Detail für Spezialisten, sondern eine Frage der Gesundheit in jedem Haushalt. In diesem Beitrag erkläre ich Ihnen als staatlich geprüfter Installateur-Meister in Wien, was Legionellen sind, welche Temperaturen im Legionellen Warmwasser wirklich sicher sind und wie Sie mit einfachen Maßnahmen vorbeugen – ohne dabei unnötig Heizkosten zu verschwenden.
Was sind Legionellen – und warum sind sie gefährlich?
Legionellen sind Bakterien, die natürlicherweise in geringer Zahl in Süßwasser vorkommen. Problematisch werden sie erst, wenn sie sich im warmen Wasser eines Hausinstallationssystems stark vermehren. In hoher Konzentration können sie die sogenannte Legionärskrankheit auslösen – eine schwere Form der Lungenentzündung. Daneben gibt es das mildere Pontiac-Fieber, das grippeähnlich verläuft.
Ein wichtiger Punkt, den viele missverstehen: Eine Ansteckung erfolgt nicht durch das Trinken von belastetem Wasser. Die Gefahr entsteht durch das Einatmen feiner Wassertröpfchen, sogenannter Aerosole – zum Beispiel beim Duschen, am Wasserhahn mit starkem Strahl oder in der Nähe von Klimaanlagen und Whirlpools. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Raucher sowie Personen mit geschwächtem Immunsystem. Als Installateur stelle ich klar: Ich erkläre Ihnen die technischen Zusammenhänge und die Vorbeugung – eine medizinische Diagnose oder Behandlung gehört in ärztliche Hände.
Welche Temperatur das Warmwasser braucht
Die gute Nachricht: Legionellen lassen sich allein über die Temperatur sehr wirksam in Schach halten. Entscheidend ist, den Bereich zu meiden, in dem sich die Bakterien wohlfühlen, und gleichzeitig im Speicher eine Temperatur zu halten, die sie zuverlässig abtötet. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Richtwerte zusammen.
| Temperaturbereich | Was passiert mit Legionellen | Empfehlung |
|---|---|---|
| unter 20 °C | kaum Vermehrung, Bakterien überdauern aber | für Warmwasser unrealistisch |
| 25–45 °C | ideale Vermehrungstemperatur – gefährlich | diesen Bereich dauerhaft vermeiden |
| ab 50 °C | Vermehrung wird stark gehemmt | Mindesttemperatur am Auslauf |
| ab 55 °C | Legionellen sterben langsam ab | Übergangsbereich |
| ab 60 °C | zuverlässiges Abtöten innerhalb weniger Minuten | Speicher dauerhaft auf diesem Niveau |
Daraus ergeben sich zwei einfache Faustregeln für den Alltag:
- Speicher/Boiler dauerhaft auf mindestens 60 °C: So werden Legionellen im Vorratsbehälter zuverlässig abgetötet.
- Am Auslauf, also an der Zapfstelle, mindestens 50 °C: Das Wasser darf auf dem Weg durch die Leitungen nicht in den kritischen Vermehrungsbereich abkühlen.
Der Bereich zwischen 25 und 45 °C ist die eigentliche Gefahrenzone – hier vermehren sich Legionellen am schnellsten. Genau deshalb ist es riskant, das Warmwasser dauerhaft zu lauwarm einzustellen. Wer das Warmwasser zu kalt fährt, spart vielleicht ein paar Euro, schafft aber ideale Bedingungen für die Bakterien.
Größere Anlagen: ÖNORM B 5019 und die Legionellenprüfung
In Ein- und Zweifamilienhäusern liegt die richtige Temperatureinstellung in Ihrer Hand. Bei größeren, zentralen Warmwasseranlagen – etwa in Mehrparteienhäusern, Hotels, Heimen oder Betrieben – gelten strengere Vorgaben. Die ÖNORM B 5019 regelt den hygienebewussten Betrieb solcher zentraler Trinkwasser-Erwärmungsanlagen und sieht unter anderem eine regelmäßige, dokumentierte Legionellenprüfung vor. Wenn Sie eine solche Anlage betreiben oder verwalten, koordinieren wir die erforderliche Beprobung gemeinsam mit einem akkreditierten Labor und setzen die technischen Maßnahmen um, die sich aus dem Ergebnis ableiten.
Warum „Heizkosten sparen" hier seine Grenze hat
Das Warmwasser kühler zu stellen, ist eine der am häufigsten empfohlenen Sparmaßnahmen – und im Grundsatz auch sinnvoll. In meinen 7 Tipps zum Heizkostensparen finden Sie viele Hebel, die bares Geld bringen. Beim Warmwasser gilt jedoch eine klare Untergrenze: Sparen ja, aber niemals unter die Sicherheitstemperatur.
Konkret heißt das: 60 °C im Speicher sind keine Verschwendung, sondern Hygiene. Wer aus Sparsamkeit auf 45 oder 50 °C herunterregelt, riskiert eine Verkeimung, deren Sanierung am Ende deutlich teurer und unangenehmer ist als der eingesparte Strom. Sinnvoller ist es, an anderen Stellen zu sparen – etwa durch gute Dämmung der Warmwasserleitungen, eine bedarfsgerechte Zirkulationspumpe oder ein effizientes Gerät – und die Sicherheitstemperatur unangetastet zu lassen.
Risikofaktoren: Wo Legionellen gerne wachsen
Nicht nur eine zu niedrige Temperatur begünstigt Legionellen. In der Praxis kommen meist mehrere Faktoren zusammen:
- Niedrige Speichertemperatur: Der häufigste und am leichtesten vermeidbare Risikofaktor – siehe oben.
- Stagnation: Wasser, das tage- oder wochenlang in selten genutzten Leitungen steht, kühlt ab und bietet ideale Vermehrungsbedingungen. Typisch sind Gäste-WCs, das Ferienhaus oder ein Anschluss, der nach einem Umbau ungenutzt blieb.
- Alte, verkalkte Speicher: Kalk und Ablagerungen bilden eine schützende Oberfläche, an der sich Bakterien festsetzen, und verschlechtern die Wärmeübertragung. Wie Sie das in den Griff bekommen, lesen Sie in meinem Beitrag zum Boiler entkalken.
- Tote Leitungsstränge: Nicht mehr genutzte Leitungsenden („Totleitungen") sind ein dauerhaftes Reservoir und sollten fachgerecht zurückgebaut werden.
Vorbeugung: Ihre Checkliste für sicheres Warmwasser
Mit ein paar Gewohnheiten und der richtigen Technik halten Sie Ihr Warmwasser dauerhaft sicher. Diese Punkte empfehle ich jedem Wiener Haushalt:
- Speichertemperatur richtig einstellen: Stellen Sie den Boiler oder Speicher auf mindestens 60 °C und prüfen Sie gelegentlich mit dem Thermometer die Temperatur am am weitesten entfernten Wasserhahn – sie sollte 50 °C erreichen.
- Nach dem Urlaub heiß durchspülen: Waren Sie länger weg, lassen Sie an allen Entnahmestellen – besonders an der Dusche – das Wasser einige Minuten heiß laufen, bevor Sie es wieder normal nutzen. So spülen Sie eventuell entstandene Keime aus dem stehenden Wasser. Lüften Sie dabei und vermeiden Sie das Einatmen des Sprühnebels.
- Regelmäßige Wartung: Eine fachgerechte Thermenwartung in Wien erfasst nicht nur die Heizfunktion, sondern auch die korrekte Warmwassertemperatur und den Zustand des Speichers. So fallen Probleme auf, bevor sie zur Gefahr werden.
- Passendes Warmwassergerät wählen: Ein modernes, richtig dimensioniertes Gerät hält die Sicherheitstemperatur effizient. Wenn ein Tausch ansteht, gibt Ihnen mein Überblick, was eine Gastherme kostet, eine erste Orientierung – den genauen Preis nennen wir selbstverständlich erst nach einer Besichtigung als Fixpreis.
- Stagnation vermeiden: Nutzen Sie auch selten gebrauchte Zapfstellen regelmäßig oder lassen Sie ungenutzte Leitungen fachgerecht zurückbauen.
Wann Sie uns rufen sollten
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Warmwasser die richtige Temperatur hat, wenn Ihr Speicher in die Jahre gekommen ist oder wenn Sie eine zentrale Anlage betreiben, die eine Legionellenprüfung benötigt, sind Sie bei uns richtig. Wir messen die tatsächlichen Temperaturen an Speicher und Zapfstelle, beurteilen den Zustand Ihrer Anlage und empfehlen die passenden Maßnahmen – sachlich, ehrlich und auf Ihre Situation zugeschnitten. So bleibt Ihr Warmwasser sicher, ohne dass Sie mehr Energie verbrauchen als nötig.