Wenn der Wasserdruck zu niedrig ist, merken Sie das meist zuerst unter der Dusche: Der Strahl wird zum Rinnsal, das Warmwasser braucht ewig, und die Therme springt manchmal gar nicht erst an. Wenig Wasserdruck in der Wohnung ist eines der häufigsten Probleme, zu dem wir als Wiener Installateure gerufen werden – und in vielen Fällen lässt sich die Ursache mit etwas Geduld selbst finden. In diesem Beitrag erklären wir Ihnen, welcher Druck in Wien normal ist, wie Sie den Fehler systematisch eingrenzen und wann es wirklich Zeit für einen Profi ist.
Wie viel Wasserdruck ist normal?
Am Hausanschluss liefert Wiener Wasser in der Regel einen Druck von etwa 3 bis 4 bar. Das ist für eine normale Wohnung völlig ausreichend – eine Dusche braucht zum Beispiel rund 1,5 bis 2 bar, um angenehm zu sprudeln. In höheren Stockwerken ohne Druckerhöhungsanlage kann der Druck etwas niedriger liegen, weil jeder Meter Höhe Druck „kostet“. Erst wenn der Druck deutlich unter 2 bar fällt, wird es im Alltag spürbar unangenehm.
Bevor Sie auf Fehlersuche gehen, lohnt sich eine einfache Frage, die fast die gesamte Diagnose vorwegnimmt: Ist nur eine einzige Entnahmestelle betroffen, die ganze Wohnung oder das ganze Haus? Genau an dieser Aufteilung entscheidet sich, ob Sie selbst Hand anlegen können oder ob der Installateur beziehungsweise die Hausverwaltung gefragt ist.
Fall 1: Nur ein Wasserhahn hat schwachen Druck
Das ist der häufigste und zum Glück harmloseste Fall. Wenn der Druck an der Küchenspüle schwach ist, an der Dusche aber kräftig – oder umgekehrt –, liegt das Problem fast immer direkt an der betroffenen Armatur. Die Ursache ist in Wien sehr oft dieselbe: Kalk. Unser Leitungswasser ist relativ hart, und über die Jahre setzen sich die Mineralien an allen Engstellen ab.
Verkalkter Perlator (Strahlregler)
Der häufigste Schuldige bei schwachem Wasserdruck am Wasserhahn ist der Perlator – das kleine Sieb vorne an der Armatur, das den Strahl mit Luft anreichert. Verkalkt dieses feine Sieb, kommt nur noch wenig Wasser durch. Die gute Nachricht: Das können Sie selbst beheben.
- Schrauben Sie den Perlator vom Auslauf ab (meist von Hand, sonst mit einem Tuch und einer Zange, um Kratzer zu vermeiden).
- Legen Sie ihn ein paar Stunden in Essig oder Zitronensäure, bis sich der Kalk löst.
- Spülen Sie ihn klar, setzen Sie ihn wieder ein – oft ist der Druck danach wie neu.
Ein neuer Perlator kostet ohnehin nur etwa 5 bis 15 Euro, ein Tausch lohnt sich also fast immer. Warum sich der Kalk in Wien so hartnäckig bildet und was Sie langfristig dagegen tun können, lesen Sie ausführlich in unserem Beitrag zu hartem Wasser und Kalk in Wien.
Verstopfter Brausekopf oder Duschschlauch
Schwächelt nur die Dusche, ist meist der Brausekopf verkalkt. Viele Handbrausen haben weiche Gumminoppen, die sich mit den Fingern abrubbeln lassen – oft löst sich der Kalk schon dadurch. Hilft das nicht, legen Sie den Brausekopf über Nacht in Entkalker. Auch ein geknickter oder innen verkalkter Duschschlauch kann den Durchfluss bremsen.
Verkalktes oder halb geschlossenes Eckventil
Unter dem Waschbecken sitzt das Eckventil, mit dem die einzelne Armatur abgesperrt wird. Ist es nicht ganz aufgedreht oder innen verkalkt, drosselt es den Druck. Drehen Sie das Ventil vorsichtig vollständig auf. Lässt es sich nur schwer bewegen oder tropft danach, lassen Sie lieber die Finger davon – festsitzende Eckventile brechen gern ab, und dann steht plötzlich Wasser im Kasten.
Wenn Sie ohnehin gerade an der Armatur arbeiten und diese zusätzlich tropft, finden Sie die passende Anleitung in unserem Beitrag Wasserhahn tropft – was tun?.
Fall 2: Die ganze Wohnung hat zu niedrigen Wasserdruck
Kommt aus jedem Hahn in der Wohnung nur noch wenig Wasser, scheidet der einzelne Perlator als Ursache aus. Jetzt liegt das Problem weiter vorne in Ihrer Wohnungsinstallation – und hier wird es schnell zu einem Fall für den Fachmann. Typische Ursachen sind:
- Falsch eingestellter oder defekter Druckminderer: Viele Wohnungen haben hinter dem Wasserzähler einen Druckminderer, der den Hausdruck auf ein wohnungsverträgliches Maß reduziert. Ist er verstellt, gealtert oder defekt, drosselt er zu stark.
- Verstopfter Hauptfilter: Direkt nach dem Zähler sitzt oft ein Feinfilter, der Sand und Rost zurückhält. Setzt er sich zu, sinkt der Druck in der gesamten Wohnung.
- Nicht ganz geöffnetes Absperrventil: Manchmal ist nach einer Reparatur oder einem Umzug das Hauptabsperrventil der Wohnung nur halb aufgedreht.
Den letzten Punkt können Sie selbst prüfen: Schauen Sie nach, ob das Hauptventil Ihrer Wohnung vollständig offen ist. Alles, was Druckminderer und Filter betrifft, gehört dagegen in fachkundige Hände – hier wird justiert, gemessen und gegebenenfalls getauscht, und ein falsch eingestellter Druckminderer kann an Armaturen und Geräten Schaden anrichten.
Fall 3: Das ganze Haus hat schwachen Druck
Klagen auch die Nachbarn über wenig Wasserdruck, liegt das Problem nicht in Ihrer Wohnung, sondern in der Hausanlage. Mögliche Ursachen sind eine defekte zentrale Druckerhöhungsanlage, Korrosion in den Steigleitungen oder Arbeiten am Hausanschluss. Das ist kein Fall, den Sie oder ein einzelner Wohnungsinstallateur lösen können – und auch kein Fall, für den Sie als Mieter oder Eigentümer aufkommen müssen.
Wenden Sie sich in diesem Fall an Ihre Hausverwaltung. Sie ist für die gemeinschaftliche Wasserversorgung des Hauses verantwortlich und beauftragt die nötige Instandsetzung. Ein Hinweis, dass mehrere Parteien betroffen sind, beschleunigt die Bearbeitung erfahrungsgemäß deutlich.
Wichtig: Wasserdruck ist nicht gleich Heizungsdruck
Ein Punkt, der für viel Verwirrung sorgt: Der Trinkwasserdruck aus Ihren Wasserhähnen hat nichts mit dem Heizungsdruck zu tun. Das sind zwei völlig getrennte Systeme. Wenn das Manometer an Ihrer Therme zu niedrig anzeigt oder die Heizung nicht warm wird, hilft kein neuer Perlator – dann müssen Sie Wasser in den Heizkreislauf nachfüllen. Wie das geht, erklären wir Schritt für Schritt im Beitrag Heizung Wasser nachfüllen. Bringen Sie diese beiden Druck-Werte also nicht durcheinander, sonst suchen Sie am falschen System.
DIY-Checkliste bei niedrigem Wasserdruck
Bevor Sie zum Telefon greifen, arbeiten Sie diese kurze Liste ab – in vielen Fällen ist das Problem damit schon gelöst:
- Prüfen Sie, ob nur ein Hahn oder die ganze Wohnung betroffen ist.
- Schrauben Sie den Perlator ab und entkalken Sie ihn (oder tauschen Sie ihn gegen einen neuen für wenige Euro).
- Entkalken Sie den Brausekopf und kontrollieren Sie den Duschschlauch auf Knicke.
- Drehen Sie das Eckventil unter dem Waschbecken vorsichtig vollständig auf.
- Kontrollieren Sie das Hauptabsperrventil der Wohnung – ist es ganz geöffnet?
- Fragen Sie kurz bei den Nachbarn nach – ist das ganze Haus betroffen, ist die Hausverwaltung dran.
Wann Sie den Installateur rufen sollten
Holen Sie sich fachliche Hilfe, wenn die einfachen Maßnahmen nichts gebracht haben oder Sie an einen heiklen Punkt kommen. Konkret sollten Sie uns rufen, wenn:
- der Druck in der gesamten Wohnung niedrig ist und Druckminderer oder Hauptfilter die Ursache sein könnten,
- ein Eckventil festsitzt, tropft oder sich nicht mehr bewegen lässt,
- der Druck plötzlich und ohne erkennbaren Grund stark abgefallen ist (das kann auf ein Leck hindeuten),
- Sie sich schlicht unsicher sind und nichts riskieren möchten.
Gerade ein plötzlicher Druckabfall mit Wasseraustritt ist ein Fall, bei dem schnelles Handeln zählt – dafür sind wir mit unserem Installateur-Notdienst in Wien rasch bei Ihnen. Was eine konkrete Behebung kostet, sagen wir Ihnen seriös erst nach einer Besichtigung – Sie erhalten dann einen Fixpreis nach Besichtigung, ohne böse Überraschungen.
Mietwohnung: Wer ist zuständig?
In einer Wiener Mietwohnung gilt grob: Kleine Wartungsarbeiten wie ein verkalkter Perlator oder Duschkopf fallen in der Regel in Ihren Bereich. Geht es jedoch um die fest verbaute Installation – etwa einen defekten Druckminderer, marode Leitungen oder die Hausanlage –, ist meist die Hausverwaltung beziehungsweise der Eigentümer zuständig. Im Zweifel melden Sie das Problem schriftlich der Hausverwaltung, bevor Sie selbst einen Auftrag erteilen, damit die Kostenfrage von Anfang an geklärt ist.