Heizung & Therme

Gasheizung austauschen: Gesetz, Fristen & Alternativen in Österreich

Thomas Weber Thomas Weber 10 Min. Lesezeit
Gasheizung austauschen: Gesetz, Fristen & Alternativen in Österreich
Von Thomas Weber 10 Min. Lesezeit

„Muss ich meine Gasheizung bald austauschen?" – diese Frage hören wir als Installateurbetrieb in Wien immer häufiger. Die Antwort: Ja, aber nicht sofort und nicht ohne Alternativen. In diesem Ratgeber erkläre ich als Installateur-Meister die aktuelle Gesetzeslage in Österreich, welche Fristen gelten, welche Förderungen Sie nutzen können und was der Umstieg auf eine Wärmepumpe tatsächlich kostet.

Gasheizung in Österreich: Was sagt das Gesetz?

Das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWG) regelt den schrittweisen Ausstieg aus fossilen Heizsystemen in Österreich. Die wichtigsten Eckpunkte:

  • Ab 2025: In Neubauten dürfen keine Gasheizungen mehr eingebaut werden.
  • Ab 2025: Defekte Öl- und Kohle-Kessel dürfen nicht mehr 1:1 durch fossile Anlagen ersetzt werden.
  • Ab 2035: Verbot von Öl- und Kohle-Heizungen im Bestand.
  • Bis 2040: Alle fossil betriebenen Heizungen – auch Gas – müssen durch erneuerbare Systeme ersetzt sein.

Für bestehende Gasheizungen gilt also: Sie müssen nicht morgen handeln, aber Sie sollten jetzt planen. Je früher Sie umsteigen, desto mehr Förderung können Sie nutzen.

Welche Fristen gelten für meine Gasheizung?

Das EWG sieht gestaffelte Fristen vor, abhängig vom Alter Ihrer Heizanlage:

  • Einbau vor 1980: Austausch bis spätestens 2030
  • Einbau 1980 bis 1990: Austausch bis spätestens 2035
  • Einbau nach 1990: Austausch bis spätestens 2040

Wichtig: Diese Fristen gelten für das Baujahr der Heizanlage, nicht des Gebäudes. Wenn Sie Ihre Gastherme beispielsweise 2005 getauscht haben, fällt sie in die Kategorie „nach 1990" – Austauschpflicht bis 2040.

Ausnahmen und Härtefälle sind im Gesetz vorgesehen: Bei nachweisbar unverhältnismäßigen Kosten oder bei fehlender Anschlussmöglichkeit für erneuerbare Systeme können Übergangsfristen beantragt werden.

Gasheizung austauschen: Welche Alternativen gibt es?

Als Installateurbetrieb in Wien beraten wir täglich Kunden zur passenden Alternative. Die gängigsten Optionen:

1. Luft-Wasser-Wärmepumpe

Die Wärmepumpe ist aktuell die beliebteste Alternative zur Gasheizung. Sie nutzt die Wärme aus der Außenluft und wandelt sie in Heizenergie um – effizient, leise und förderfähig.

  • Geeignet für: Einfamilienhäuser, Reihenhäuser, zunehmend auch Mehrfamilienhäuser
  • Vorteile: Keine fossilen Brennstoffe, geringe Betriebskosten, hohe Förderung, kombinierbar mit Fußbodenheizung
  • Kosten: 18.000 bis 35.000 Euro (inkl. Einbau), nach Förderung oft nur 4.500 bis 15.000 Euro Eigenanteil

Mehr erfahren: Wärmepumpen Wien – Installation & Wartung

2. Fernwärme

In vielen Wiener Bezirken ist ein Anschluss an das Fernwärmenetz möglich. Wien Energie baut das Netz laufend aus.

  • Geeignet für: Wohnungen und Gebäude entlang des bestehenden Fernwärmenetzes
  • Vorteile: Kein eigenes Heizsystem nötig, wartungsarm, Umstieg oft unkompliziert
  • Kosten: Anschlusskosten variieren je nach Gebäude und Entfernung zum Netz

3. Fußbodenheizung mit Wärmepumpe

Wer ohnehin saniert, kann die Gasheizung durch eine Kombination aus Fußbodenheizung und Wärmepumpe ersetzen. Das Niedertemperatursystem arbeitet ideal mit Wärmepumpen zusammen und sorgt für gleichmäßige, angenehme Wärme.

Was kostet die Umrüstung von Gasheizung auf Wärmepumpe?

Die Kosten hängen von mehreren Faktoren ab: Gebäudetyp, bestehende Heizungsverteilung und Aufwand für den Rückbau der Gasanlage.

Kostenübersicht: Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten

  • Luft-Wasser-Wärmepumpe (Gerät): 10.000 bis 18.000 Euro
  • Installation und Anschluss: 5.000 bis 10.000 Euro
  • Rückbau Gasanlage: 1.000 bis 3.000 Euro
  • Eventuelle Anpassungen (Pufferspeicher, Leitungen, Elektrik): 2.000 bis 4.000 Euro

Gesamtkosten vor Förderung: 18.000 bis 35.000 Euro

Bei bestehenden Heizkörpern statt Fußbodenheizung kann eine Wärmepumpe trotzdem sinnvoll sein – moderne Geräte erreichen auch bei höheren Vorlauftemperaturen gute Effizienzwerte. Wir prüfen das bei der Besichtigung und beraten Sie ehrlich, ob eine Wärmepumpe für Ihr Gebäude passt.

Förderungen: „Raus aus Öl und Gas" und Wiener Landesförderung

Der Umstieg von einer fossilen Heizung auf ein erneuerbares System wird in Österreich großzügig gefördert. Die wichtigsten Programme:

Bundesförderung „Raus aus Öl und Gas"

  • Standardförderung: Bis zu 75 % der förderfähigen Kosten (max. 23.000 Euro) für einkommensschwache Haushalte
  • Normalverdiener: Bis zu 50 % der förderfähigen Kosten (max. 16.000 Euro)
  • Förderfähig: Wärmepumpe, Pelletsheizung, Fernwärmeanschluss, Holzheizung
  • Nicht förderfähig: Tausch Gas-gegen-Gas (z. B. neue Gastherme)

Wiener Landesförderung

Die Stadt Wien bietet zusätzlich zur Bundesförderung eigene Zuschüsse. Diese können mit der Bundesförderung kombiniert werden, sofern die Gesamtfördersumme die tatsächlichen Kosten nicht übersteigt.

Rechenbeispiel: Wärmepumpe statt Gastherme

  • Gesamtkosten Wärmepumpe inkl. Einbau: 25.000 Euro
  • Bundesförderung (50 %): - 12.500 Euro
  • Wiener Landesförderung: - 2.000 bis 3.000 Euro
  • Eigenanteil: ca. 9.500 bis 10.500 Euro

Tipp: Förderanträge sollten vor Auftragsvergabe und Baubeginn gestellt werden. Wir unterstützen Sie bei der Antragstellung und wissen, welche Unterlagen nötig sind.

Was tun, wenn die Gasheizung jetzt kaputt geht?

Eine häufige Sorge: Die alte Gastherme ist defekt, der Umstieg auf Wärmepumpe noch nicht geplant – was nun?

  • Reparatur: Wenn die Therme reparierbar ist, dürfen Sie sie weiter betreiben. Das EWG verbietet keine Reparaturen an bestehenden Gasanlagen.
  • Ersatz-Gastherme: Unter bestimmten Voraussetzungen darf im Bestand noch eine neue Gastherme eingebaut werden – allerdings ohne Förderung. Details zu Kosten finden Sie in unserem Ratgeber Was kostet eine neue Gastherme?
  • Notdienst: Bei Heizungsausfall im Winter sind wir als 24h-Notdienst für Sie da und finden eine Lösung – ob Reparatur oder Übergangslösung.

Gasheizung oder Wärmepumpe: Laufende Kosten im Vergleich

Neben den Anschaffungskosten lohnt sich der Blick auf die jährlichen Betriebskosten (Richtwerte für eine 100 m² Wohnung in Wien):

  • Gasheizung: 1.200 bis 1.800 Euro/Jahr (Gaskosten + Wartung)
  • Wärmepumpe: 600 bis 1.000 Euro/Jahr (Stromkosten + Wartung)

Die Wärmepumpe spart also rund 500 bis 800 Euro pro Jahr an Betriebskosten. Über die Lebensdauer von 20 Jahren ergibt das eine Ersparnis von 10.000 bis 16.000 Euro – zusätzlich zur Förderung.

Übrigens: Weitere Tipps zum Senken Ihrer Heizkosten finden Sie in unserem Ratgeber Heizkosten sparen: 7 Tipps vom Installateur.

Fazit: Jetzt planen, nicht warten

Das Gasheizungsverbot in Österreich kommt – die Frage ist nicht ob, sondern wann Ihre Anlage getauscht werden muss. Wer frühzeitig handelt, profitiert von besseren Förderungen und kann den Umstieg in Ruhe planen, statt unter Zeitdruck zu handeln.

Als staatlich geprüfter Installateurbetrieb in Wien beraten wir Sie herstellerunabhängig zu allen Alternativen: Wärmepumpe, Thermentausch oder Fernwärme – wir finden die beste Lösung für Ihr Gebäude.

Kostenlose Erstberatung: Rufen Sie uns an unter +43 1 99 77 080 oder nutzen Sie unseren Rückrufservice.

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Thomas Weber
Geschrieben von Thomas Weber Installateur-Meister & Fachautor

Thomas Weber ist staatlich geprüfter Installateur-Meister bei Ihr Installateur Bozogul KG in Wien. Mit über 15 Jahren Erfahrung in Heizung, Sanitär und Gas teilt er sein Fachwissen in praxisnahen Ratgebern – verständlich, ehrlich und aus dem Arbeitsalltag heraus.

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